Beobachtungsbericht Beobachtung 2002NY40  vom 17. August 2002
  

Bereits einige Wochen vor dem Termin vom 17. auf den 18. August gab es diverse Mails unter den Beobachtern, wann und ob man beobachten will. So beschlossen wir (Waren mal ursprünglich Roland Stalder, Peter Kronenberg, Marc Eichenberger, Beat Bühlmann und ich) in der Nacht den Asteroiden von unserer Sternwarte aus anzuschauen. 

Nach der Schule am Samstag legte ich mich noch ein bisschen hin um dann gegen 2200 Uhr mit heissem Wasser, Suppen, "Guetzli" und Schlafsack Richtung Sternwarte aufzubrechen. Ich war der erste vor Ort. Kurz darauf kam noch Teddy Durrer mit Verwandten um den Himmel mit dem Mond zu zeigen. 

Danach richteten wir uns in der Sternwarte ein, warteten bis es wirklich ganz dunkel war und konnten dann noch einen 3-fachen Monduntergang am Pilatus verfolgen. 

Unterdessen waren auch noch Beat Bühlmann und Thomas von der Jugendgruppe angekommen. Gegen Mitternacht tauchten dann Peter und Myriam, Marc und Roland auf. Jetzt konnte also die Suche nach dem 600-800 Meter grossen Brocken beginnen. Der neue PC in der Sternwarte erlebte auch noch seine Premiere. Wir suchten die aktuellsten Aufsuchkarten und Koordinaten für den Asteroiden. Diese wurden dann in the Sky und Redshift von Marcs Notebook übertragen. Roland als Profi am MFT fand dann eigentlich innert kurzer Zeit den schnellen Wanderer am Himmel. (bei 5500 mm Brennweite im Nashmith-Cassegrainfokus) Auch zu dieser Zeit war er schon ziemlich schnell. So musste die Nachführung auch immer wieder korrigiert werden. Mit einer kurzen Ausnahme konnten wir dann den Asteroiden bis am Sonntag morgen kurz vor 6 Uhr am MFT beobachten. Um den anderen auch die Möglichkeit zu geben, den Asteroiden zu beobachten, kamen wir auf die Idee, den Skypointer zu benützen und den anderen den Aufsuchort mit dem Heliostaten, dem Fujinon und dem alten Refraktor zu zeigen. So gab es Zeiten, als wir mit 4 Teleskopen gleichzeitig den Wanderer beobachteten. Teddy hatte unterdessen seine Familie wieder heimgebracht und beobachtete jetzt wieder mit uns. 

Zwischenzeitlich verpflegten wir uns mit Kaffee, Suppen, Chips, feinen Brownies von Susi ("Gäll Roli") und Mineralwasser. Wir verfolgten auch noch diverse Satelliten, Iridiumflares und Sternschnuppen. Bis zum Morgen hielten dann aber nur Marc, Roli und ich durch. Mich packte gegen 0400 noch den Ehrgeiz mit dem Fujinon noch möglichst viele Messierobjekte abzugrasen. So konnten wir dann noch gegen 15 Messierobjekte (M13, M27, M35, M36, M37, M15, M42, M44, M52, Chi und h, M31, M32 und M33 etc.) anschauen. Dazu kamen noch 2 Kometen (2002/O4 und 2002/O6) sowie dann als Krönung noch Saturn und kurz vor der Dämmerung auch noch der Jupiter. 

Im Verlauf der Nacht nahm die Geschwindigkeit des Asteroiden 2002NY40 sehr stark zu, so dass gegen Morgen dann innert weniger als 30 Sekunden die Nachführung wieder korrigiert werden musste. Es war für uns ein geniales Ereignis, diesen kleinen Brocken in etwa 500'000 km Entfernung mit unseren Instrumenten zu beobachten. Schon einige Stunden später war der schnelle Wanderer nicht mal mehr für das Hubble Teleskop zu sehen. 

Müde, aber sehr glücklich fuhr ich dann um ca. 0600 Uhr nach Hause. Als krönenden Abschluss des Tages gab es dann noch einen Rekord für mich. An einem Tag 5 Iridiumflares zu beobachten und den hellsten noch mit dem Fotoapparat zu erwischen. (-7 mag) 

Markus Burch

Mail: markus.burch@bluewin.ch

 

   

Copyright AGL, Luzern, 27. Juni 2007