Beobachtungsbericht Komet Bradfield
  

Der Komet Bradfield wurde erst im Februar 2004 von einem australischen Hobbyastronomen entdeckt. Wegen seiner Bahn konnte er erst ca. 1 Monat später dann genauer beobachtet werden. Am 16. April zog er direkt vor der Sonne durch. Sein Abstand dabei war weniger als die Merkurbahn.

Mit Hilfe des Sonnensatelliten SOHO konnte mit Hilfe der Lasco C3 Kamera dann dieser Vorbeiflug an der Sonne beobachtet werden. Er erreichte dabei eine maximale Helligkeit von ca. -2.5 mag. Auch war ein wunderbarer Schweif zu sehen.  

Bild des Satelliten Soho vom 17. April 2004

Bei uns auf der Nordhalbkugel war der Komet erst ab dem 23. April ganz tief im Osten zu entdecken. Das Wetter spielte erst am 25. April mit. Allerdings war er da schon deutlich weniger hell als in den Tagen zuvor.

Ich habe mir vorgenommen, am 25. April in die Höhe zu gehen um den Kometen zu fotografieren. Als Vorbereitung musste ein geeigneter Beobachtungsplatz gefunden werden. Da er sehr tief im Osten war, musste geachtet werden, dass die Rigi nicht im Weg stand. Mit Hilfe der Sternkarte und der Landeskarte war für mich klar, dass ich wohl im Nordosten des Pilatus an den Hang musste. Oberhalb meines Polarlichtplatzes gibt es eine Möglichkeit mit freiem Blick nach Osten.

Ich wusste aber, dass das Fremdlicht der Stadt auch die Beobachtung erschweren könnte.

So machte ich mich am Sonntag, 25. April 2004 um 0350 Uhr auf, um ins Eigental hochzufahren. Vom Kehrplatz aus war es noch ein Fussmarsch mit Stativ und Fotoausrüstung von ca. 10 Minuten. Der Himmel war absolut klar. Die Grenzgrösse geschätzt bei etwa 5.5-5.7 mag. Allerdings war gegen Osten schon ein Lichtdom der Stadt Luzern sichtbar.

Die Kette der Andromeda war schon gut zu sehen. Ein Teil des Pegasus war auch schon aufgegangen. So begann ich dann gegen 0430 Uhr mit Aufnahmen. Zuerst mit der Nikon F-3 normal chemisch, dann mit der Nikon D-100 noch digital. Von Auge war trotz der Helligkeit, die der Komet haben sollte nichts zu sehen. Er war einfach noch zu tief in den Dunstschichten drin.

Mit dem Feldstecher konnte man etwas erahnen, doch so richtig sicher war ich mir nicht. Erst die Digitalbilder gaben dann den Aufschluss.

Allerdings war die Lichtverschmutzung der Stadt Luzern hinderlich, doch ein anderer Platz mit freiem Blick Richtung Osten gibt es einfach bei uns nicht. So knapp nach 0500 Uhr begann auch schon die Dämmerung im Ost-Nord-Osten.

In den nächsten paar Tagen kann der Komet noch beobachtet werden. Danach wir er zu schwach. Infos zu diesem und weiteren Kometen finden Sie unter: http://kometen.fg-vds.de

Nachfolgend noch 1 Foto vom Kometen:

 

 

Komet Bradfield am Morgen des 25. April unterhalb der Kette der Andromeda. Oben links lässt sich noch die Andromedagalaxie M31 erkennen. Unten die Stadt Luzern mit dem Seebecken. Rechts die Rigi und oberhalb das Pegasusquadrat.

Aufnahmedaten: Sonntag, 25. April 2004 0455 Uhr MESZ, Eigental
Nikon D-100, Sigma 28 mm Objektiv mit Blende 5.0,
14 Sekunden bei ISO 1600

 

Aufnahme des Kometen am 26. April 2004 um 0446 Uhr mit Nikon D-100 mit 85 mm Objektiv, Blende 2.8 und ISO 800 bei 32 Sekunden Belichtungszeit.

 


   

Copyright AGL, Luzern, 14. April 2011