Totale Mondfinsternis vom 15. Juni 2011:

 

Zum ersten Mal seit einigen Jahren wird der Mond bei uns wieder zur Primetime verfinstert werden. Der kleine Wermutstropfen diesmal ist, dass er bereits verfinstert aufgeht und dadurch schwieriger beim Aufgang zu finden ist, da der Unterschied der Helligkeit zum Himmelshintergrund nur gering ist. Den 2. Teil der Finsternis können wir, klaren Himmel vorausgesetzt, geniessen.

  

Es handelt sich dabei um die 34. Finsternis aus dem Saroszyklus Nr. 130. Sie ist sehr lange, da der Mond fast Zentral durch den Kernschattenkegel der Erde wandert. Der Mond geht nur 1 Stunde 39 Minuten vor Vollmond durch den aufsteigenden Knoten seiner Bahn. Die Grösse der Finsternis ist 1.7050. Der Beginn der Finsternis ist um 19.22 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Dies ist bei uns nicht sichtbar.

Je nach Osthorizont wird der Mond kurz nach Beginn der Totalität verfinstert über den Horizont wandern und dann im Südosten seine verfinsterte Bahn fortsetzen. Der Beginn der Totalitätsphase ist um 21.21 Uhr. (Achtung je nach Horizonthöhe dies auch in Beobachtungsplanung einrechnen. Gut ist also ein Standort mit tiefem Südosthorizont.)

 

Je höher der Mond über den Horizont wandert, desto besser hebt er sich trotz seiner Verfinsterung mit der zunehmenden Dämmerung vom Himmelshintergrund ab. Um 22.12 Uhr MESZ ist dann die Mitte der Finsternis erreicht. Von da bis zum Austritt aus dem Kernschatten vergehen gut 50 Minuten. Um 23.03 MESZ Uhr wird der Mond dann wieder von der Sonne beleuchtet. Er wandert noch bis um 00.02 Uhr MESZ aus dem Kernschatten. Bis zum Ende der Finsternis ist dann nur noch fotografisch die Halbschattenphase zu beobachten. Bei der Beobachtung ist es gut zu schauen, dass evtl. ein Ort ausserhalb der Ortschaften aufgesucht wird. Am besten ein Ort von dem aus auch ein tiefer Südosthorizont vorhanden ist. Geniessen Sie den rötlichen Mond und die anschliessende Vollmondnacht mit dem tiefsten Vollmond des Jahres.

 

Einige Hinweise zum Fotografieren:

Für das Fotografieren ist es wichtig die Umgebung gut zu betrachten und zu schauen, ob die Verhältnisse der Luft (Dreck, Feuchtigkeit, Vulkanasche) ein Anpassen der Belichtungszeiten benötigen. Evtl. schon vor Beginn der Finsternis oder im Verlauf die Bilder kontrollieren und schauen, wie sich die Bilder entwickeln.

Interessant sind auch Serienaufnahmen während der ganzen Zeit um das Verdunkeln und wieder heller werden zu sehen. Die Halbschattenfinsternis kann nur fotografisch nachgewiesen werden.

 

Richtwerte für das Fotografieren von Mondfinsternissen:        
Phase Blende 4 Blende 5.6 Blende 8 Blende 11
Vollmond 1/2000s 1/1000s 1/500s 1/250s
Kontakt mit dem Kernschatten 1/1000s 1/500s 1/250s 1/125s
Partielle Phase 1/500-1/125s 1/250-1/60s 1/125-1/30s 1/60-1/30s
Helle Totalität 1-8s 2-16s 4-40s 8-120s
Dunkle Totalität 8-250s 16-500s    
 
 

Die Sternwarte Hubelmatt wird an diesem Abend für das Publikum geöffnet sein.

Weitere Infos zur Finsternis sind zu finden unter: http://eclipse.astronomie.info/2011-06-15/