Projekt Sofia

 
Beim Vortrag von Peter Kronenberg vom 9.10.2000 hat es noch einige Fragen gegeben, die nicht beantwortet werden konnten. Peter Kronenberg hat diese Fragen weitergeleitet an die DLR, welche Sie freundlicherweise beantwortet hat. Nachfolgend sind die Fragen und Antworten von Frau  Dr. Titz aufgeführt. 

 

Frage: 

                       Antwort:


Wie wird das Teleskop genau stabilisiert und gegen Erschütterungen gedämpft? Das Teleskop hat ja eine Art Hantelstruktur und ist in dem Druckschott gelagert. Die Lagerung ist nahezu reibungsfrei (ganz feiner Ölfilm) und so hält das Teleskop seine  Lage im Raum bei, während sich das Flugzeug drum herum bewegt. Die Erschütterungen des Flugzeug werden durch sogenannte Vibrationsisolatoren, die außen kreisförmig um  die Lagerung angeordnet sind, fern gehalten (siehe http://remotesensing.dlr.de/SOFIA/bauverlauf.shtml ). Stabil gehalten wird das System durch Laserkreisel, die jede Abweichung von einer Ausgangslage registrieren und in ein komplexes Pointing- und Trackingsystem eingebunden sind.

 

   
Gibt es neben den 20-60° vertikal auch eine kleine laterale Auslenk-Möglichkeit? Ja, lateral kann es um +/- 3° bewegt werden.
   
Wieso hat der Spiegel überhaupt eine Zentralbohrung? Die Zentralbohrung erlaubt die Halterung für den Tertiärspiegel. Das ist eine Art abgeschrägter Zylinder, der von unten hineingeschoben und wird und auf dem der Tertiärspiegel sitzt. siehe Graphik in den SOFIA-Webseiten http://remotesensing.dlr.de/SOFIA/galerie/querschnitt.jpg
       
Wir es auch militärisch verwendet werden könne wie das KAO? Das KAO ist nach meinem Wissen nicht militärisch verwendet worden. Richtig ist, dass es sich bei dem KAO um eine ehemaliger Militärmaschine handelt, die im  Truppentransport eingesetzt wurde und vom Typ her noch wird (ich glaube, beim  Golfkrieg habe ich noch so eine Maschine im Fernsehen gesehen). Da man nicht nach  unten schauen konnte (KAO) und kann (SOFIA) ist ein militärischer Einsatz so  leicht nicht denkbar.
   
Wird SOFIA auch einmal in der Schweiz zu sehen sein? Zunächst einmal wohl nicht, es sei denn, Schweizer Wissenschaftler engagieren sich  für SOFIA und/oder lassen das Flugzeug in die Schweiz fliegen, um Instrumente einbauen zu lassen. Nächste Gelegenheit für die Europäer, SOFIA zu sehen ist ab dem Ende des Jahres 2001 bis Oktober  2002 gegeben. SOFIA wird von USA nach  Deutschland zum Flughafen München geflogen werden. In einem Hangar der Lufthansa wird dort das Teleskop eingebaut werden und Besuchergruppen haben Gelegenheit, dieBaustelle zu besichtigen.
    
Was für Kriterien bestehen um als interessierte Gruppe einmal mitfliegen zu können? Es gibt noch keine festen Regularien. In erster Linie werden wohl Lehrer von deutscher Seite mitfliegen. An Amateurastronomen ist auch gedacht, die haben den Vorteil, nicht an die Schulferien gebunden zu sein. In jedem Fall sollte ein Mitflug vorbereitet sein und es wird die Verpflichtung geben, etwas für SOFIA in seiner Umgebung zu tun: Vortrag an Schulen oder Volkshochschulen, also Multiplikatorwirkung zu entfalten.
      

Diese Informationen wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: 

Dr. Ruth Titz
Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung
DLR
Rutherfordstr. 2
12489 Berlin

Telefon: 030 670 55 593

Fax: 030 670 55 567

 

Besuchen Sie die neuen Seiten von SOFIA:

http://www.dlr.de/SOFIA

 

 

 


Copyright AGL 2000, Luzern, 27. Juni 2007